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1. Bad Vilbeler Nikolauslauf 2006 - Impressionen

Spaß pur: Bad Vilbels Nikoläuse laufen

Bad Vilbel. Der schnellste Nikolaus der Stadt ist Peter Obert. Er schaffte am Sonntag beim ersten Nikolaus-Lauf die 6,5 Kilometer lange Strecke vom Marktplatz-Zentrum nach Dortelweil und zurück zum Weihnachtsmarkt an der Burg in 25 Minuten. Als Zweiter erreichte unter dem Jubel der Besucher Nils Hartig mit Bart und roter Bommelmütze das Ziel in 26 Minuten, 45 Sekunden; dicht gefolgt von der schnellsten Nikoläusin Stefanie Grubitsch mit einer Zeit von 27 Minuten, 24 Sekunden. Alle 45 schnellen Heiligen, die in das vorweihnachtlich geschmückte Hüttendorf einliefen, waren sich einig, dass es auf die Zeit gar nicht ankommt. „Der Spaßfaktor war 120 plus“, rief einer aus dem Mittelfeld, so dass nicht abwegig erschien, was Organisator Ansgar Schultheis vom „Netzwerk Körper“ ankündigte: „Dieses Jahr waren wir 50, nächstes Mal sind wir 150!“

„Ich fühl mich pudelwohl unter so vielen Roten“, versicherte SPD-Vorsitzender Udo Landgrebe inmitten der vielen Nikolausmützen- und -mäntel im Startraum am Marktplatzzentrum, ehe der Startschuss fiel. Bürgermeister Thomas Stöhr hatte zumindest kein Problem damit, denn „das Logo der CDU ist auch meist in Rot gehalten“. Er startete in einem historischen Kostüm, das seine Mutter vor etwa 38 Jahren für Papa Stöhr genäht hat, damit er den kleinen Thomas mit Geschenken dazu ermahnen konnte, in Zukunft etwas artiger zu sein. Einige dachten, in roten Hosen und kurzen Jacken könnten sie jenen im Mantel gegenüber etwas Zeit gut machen.

Ganz schlau schien Schultheis zu sein, der sich einen aufblasbaren Nikolaus-Anzug „von der NASA“ übergestülpt hatte: „Damit geh ich in die Luft und lass mich von den Anderen am Schnürchen ziehen“, scherzte er. Ein „Santa Claus“ hatte sogar eine Sondergenehmigung erwirken können, damit er mit dem Fahrrad starten durfte. „Ich hab’ Arthrose im linken Bein, wollte aber unbedingt dabei sein“, erklärte der Velo-Nikolaus mit dem Glöckchen. Und der Kleinste startete auf vier Beinen. Es war der knapp sechsjährige Terrier „Rudi“, der wie das gleichnamige Rentier mit der roten Nase sein Herrchen Andreas Jung aus Massenheim durch die Landschaft zog.

Vor dem Start erschien Herbert Jung, der Pfarrer von St. Nikolaus, um den Patronen seiner Kirche mit Nikolaus-Sprit den nötigen Antrieb zu geben. Dann wurde der Böller gezündet, der den Startschuss geben sollte, doch der explodierte nicht. Dennoch spurteten die Nikoläuse los, ließen sich von zahllosen Zuschauern auf der Strecke beklatschen und von Kindern mit großen Augen bestaunen. „Zwei Leute in einem Garten haben sogar Weihnachtslieder gesungen, als wir an ihnen vorbei gerannt sind“, berichtete einer der Renn-Nikoläuse.

„Trotz der Anfeuerungen hab’ ich zwei Mal arg geschwächelt, aber die anderen haben mich im Windschatten mitgezogen“, gestand Landgrebe, der als 27. mit einer 40er-Zeit das Ziel erreichte. Dass er damit vor dem Bürgermeister lag, der mit einer großen Schlussgruppe einlief, erfüllte ihn mit optimistischer Freude. „Im nächsten Jahr wird trainiert“, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt. Ingrid Lohmann, mit 66 Jahren die älteste Läuferin, nahm’s locker: „Ich bin froh, dass ich damit mein heutiges Training schon absolviert habe.“ Auch die schreibende Zunft schlug sich ganz gut. FNP-Redaktionsleiter Thomas Schwarz lief Seite an Seite mit Dirk Hinkel und Thomas Horinek nach gut 39 Minuten auf Platz 24 ein, der Chef des Vilbeler Anzeigers, Horst Samson, erreichte mit 43 Minuten Rang 33. Wichtiger als die Platzierung war, dass alle Nikoläuse ins Ziel kamen und durch das Startgeld von zehn Euro pro Teilnehmer bedürftige Kinder in Vilbel über Pfarrer Jung und über die Leberecht-Stiftung der FNP bedacht werden können. (bep)

Frankfurter Neue Presse, 18.12.2006

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